Auf Baustellen und bei Infrastrukturprojekten arbeiten Menschen, Lkw und schwere Maschinen ständig auf engstem Raum zusammen. Radlader, Muldenkipper, Bagger, Walzen und Asphaltkipper fahren vorwärts und rückwärts, während Mitarbeiter, Lieferanten und Subunternehmer denselben Raum nutzen.
Schlechte Sichtverhältnisse, tote Winkel, Lärm, Zeitdruck und sich ändernde Bedingungen erhöhen das Risiko einer Kollision. Das Aufkommen leiser Elektrofahrzeuge und -maschinen erschwert es den Menschen zudem, herannahende Fahrzeuge rechtzeitig zu hören.
Viele Unternehmen verfügen über Sicherheitsvorschriften, Laufwege und Kameras. Dennoch kann es eine Diskrepanz zwischen der Sicherheit auf dem Papier und der täglichen Praxis geben.
Diese fünf Anzeichen zeigen, dass Ihre Baustelle möglicherweise noch nicht ausreichend vor Kollisionsgefahren geschützt ist.
Der wirksamste Weg, Zusammenstöße zu vermeiden, besteht darin, sicherzustellen, dass Menschen und Maschinen nicht aufeinander treffen. In der Praxis ist eine vollständige Trennung jedoch nicht immer möglich.
Auf dynamischen Baustellen ändern sich Wege und Arbeitsbereiche regelmäßig. Mitarbeiter überqueren Fahrwege, Lieferanten betreten unbekanntes Gelände und Maschinen manövrieren auf engstem Raum.
Ein zusätzliches Risiko entsteht, wenn:
Wenn Mensch und Maschine regelmäßig aufeinandertreffen, reicht eine Verfahrensanweisung allein nicht aus. Die Gestaltung der Baustelle muss verhindern, dass Personen unbemerkt in einen Gefahrenbereich gelangen.
Fangen Sie an der Quelle an. Prüfen Sie, ob Wege getrennt und Arbeiten anders organisiert werden können. Setzen Sie nach Möglichkeit physische Barrieren, abgegrenzte Arbeitsbereiche und festgelegte Übergänge ein.
Ist der Kontakt zwischen Menschen und Maschinen unvermeidbar? Dann ergreifen Sie technische Maßnahmen, die sowohl den Fahrer als auch die Menschen in der Umgebung der Maschine schützen.
Große Maschinen haben umfangreiche tote Winkel. Selbst ein erfahrener Maschinenführer kann nicht immer erkennen, was sich direkt hinter, neben oder vor dem Fahrzeug befindet.
Spiegel und eine serienmäßige Rückfahrkamera geben nur einen Teil der Umgebung wieder. Bei schlechtem Wetter, Dunkelheit, Staub, Hindernissen oder komplexen Manövern kann die Sicht weiter eingeschränkt sein.
Sie erkennen dieses Risiko, wenn:
Eine Kamera kann zeigen, was geschieht, aber nur, wenn der Fahrer im richtigen Moment auf den Bildschirm schaut.
Ein 360°-Kamerasystem fasst mehrere Kamerabilder zu einer Rundumsicht um das Fahrzeug zusammen. KI-Kameras können dabei zwischen Personen und anderen Objekten unterscheiden.
Wenn jemand in einen festgelegten Gefahrenbereich gelangt, erhält der Fahrer automatisch eine visuelle und akustische Warnung. So wird der Fahrer aktiv auf Gefahren aufmerksam gemacht und muss nicht ständig alle Kamerabilder überwachen.
Sicherheitsverfahren sind notwendig, werden in der Praxis jedoch nicht immer konsequent befolgt. Unter Zeitdruck nehmen Menschen manchmal den kürzesten Weg, betreten einen Arbeitsbereich ohne Genehmigung oder setzen temporäre Fahrzeuge dennoch ohne die erforderliche Sicherheitsausrüstung ein.
Das ist nicht immer auf Unwillen zurückzuführen. Baustellen sind dynamisch und Menschen machen Fehler. Gerade deshalb muss ein Sicherheitskonzept sowohl vorhersehbares als auch unvorhersehbares Verhalten berücksichtigen.
Warnzeichen sind:
Ein System, das vollständig von Gedächtnis, Disziplin und Reaktionszeit abhängt, bleibt anfällig.
Machen Sie sicheres Verhalten so einfach und sichtbar wie möglich. Denken Sie an projizierte „Red Lines“ um eine Maschine herum, blaue Richtungspfeile, klare LED-Signale und Alarmsignale, die auf das tatsächliche Risiko abgestimmt sind.
KI-Erkennung kann Personen identifizieren, ohne dass diese stets einen Sender tragen müssen. Ein System mit verschiedenen Erkennungszonen kann den Fahrer zunächst warnen, wenn sich jemand nähert, und stärker eingreifen, wenn diese Person zu nahe kommt.
Achten Sie dabei auf die Anzahl der Signale. Zu viele Pieptöne und Alarme können zu Alarmmüdigkeit führen. Eine effektive Lösung warnt gezielt und nur dann, wenn es notwendig ist.
Unternehmen lernen oft erst aus Situationen, nachdem bereits Schaden oder Verletzungen entstanden sind. Beinaheunfälle werden bei weitem nicht immer gemeldet, zum Beispiel weil ein Mitarbeiter nicht bemerkt hat, wie nah er an die Maschine herangekommen ist, oder weil der Fahrer die Situation nicht gesehen hat.
Dadurch gehen wertvolle Verbesserungsmöglichkeiten verloren.
Dieses Signal erkennen Sie, wenn:
Ohne Einblick in Beinahevorfälle bleibt die Sicherheitspolitik reaktiv.
Kombinieren Sie Erkennung mit Protokollierung und Datenanalyse. Moderne Systeme können relevante Ereignisse aufzeichnen, sodass Sie nicht alle Kameraaufnahmen manuell durchsehen müssen.
Eine Analyse kann beispielsweise aufzeigen:
Diese Informationen helfen dabei, die RI&E, Arbeitspläne, Anweisungen und die technische Ausstattung gezielt zu verbessern. Achten Sie dabei auf klare Vereinbarungen bezüglich Datenschutz, Aufbewahrungsfristen und der Frage, wer die Bilder oder Daten einsehen darf.
Viele Sicherheitssysteme sind passiv. Sie verbessern die Sicht oder lösen einen Alarm aus, sind für das weitere Vorgehen jedoch vollständig von der Reaktion des Fahrers abhängig.
Zwischen Erkennen, Verstehen und Bremsen können wertvolle Sekunden verloren gehen. Vor allem, wenn plötzlich jemand hinter einer Maschine auftaucht, der Maschinenführer abgelenkt wird oder sich die Maschine schnell nähert.
Ihr Sicherheitsniveau kann unzureichend sein, wenn:
Dann ist es an der Zeit, den Schritt von der Warnung hin zur aktiven Unterstützung und zum Eingreifen zu prüfen.
EasyBrake ist der automatische Bremsassistent von Rietveld für Fahrzeuge und Maschinen. Das System kombiniert KI-Kameratechnologie mit einer Anbindung an die Fahrzeugsteuerung oder das hydraulische Bremssystem.
KI-Kameras überwachen festgelegte Gefahrenzonen rund um die Maschine und erkennen Personen anhand ihrer Form und Bewegung. Wenn sich jemand zu nahe nähert, wird der Fahrer gewarnt. Droht tatsächlich eine Kollision und reagiert der Fahrer nicht rechtzeitig, kann EasyBrake automatisch eine Bremsung auslösen.
Die Lösung lässt sich modular zusammenstellen aus:
Der Fahrer bleibt für die Maschine verantwortlich. EasyBrake bildet eine zusätzliche Sicherheitsebene für Situationen, in denen Sicht, Aufmerksamkeit oder Reaktionszeit nicht ausreichen.
Die richtige Sicherheitsmaßnahme hängt vom jeweiligen Fahrzeug, der Maschine und der Arbeitsumgebung ab. Eine Walze auf einem abgesperrten Straßenabschnitt birgt andere Risiken als ein Bagger auf einer belebten innerstädtischen Baustelle.
Daher müssen unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Auch die Einrichtung von Erkennungszonen erfordert eine individuelle Anpassung. Eine großzügig bemessene Zone kann auf einer ruhigen Baustelle gut funktionieren, in einer belebten Innenstadt jedoch so viele Meldungen auslösen, dass sich die Maschine kaum noch bewegen kann.
Technik funktioniert erst dann, wenn sie auf den Alltag abgestimmt ist.
Unter anderem Heijmans, BAM, Dura Vermeer und Mammoet arbeiten mit einem breit gefächerten Programm zur Reduzierung von Zusammenstößen. Dabei untersuchen die Unternehmen verschiedene Maßnahmen, von „Red Lines“ und Warnleuchten bis hin zu KI-Kameras und automatisch eingreifenden Systemen.
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist, dass Sicherheit nicht von einem einzigen Unternehmen oder einer einzigen technischen Lösung gewährleistet werden kann. Deshalb arbeiten sie mit anderen Bauunternehmen, Branchenverbänden, Herstellern und Sicherheitsspezialisten zusammen.
Innerhalb der Branche werden unter anderem Lösungen für Lkw, Radlader, Walzen und Bagger entwickelt. Dabei werden nicht nur die technischen Leistungen untersucht, sondern auch die Erfahrungen der Maschinenführer.
Das ist wichtig. Ein System kann technisch gut funktionieren, gewinnt aber erst dann an Wert, wenn die Fahrer es verstehen, ihm vertrauen und es als Unterstützung empfinden.
Die Organisationen wollen bestehende Maschinen kurzfristig durch Kollisionserkennung und automatische Eingriffe sicherer machen. Langfristig gibt es auch einen klaren Wunsch an die Maschinenhersteller: Solche Systeme sollten letztendlich ab Werk verfügbar sein.
Neue Sicherheitstechnologie verändert das Arbeitsumfeld eines Maschinenführers. Projektionslinien markieren Sicherheitszonen, Kameras überwachen den Arbeitsbereich kontinuierlich und die Maschine kann in bestimmten Situationen selbstständig abbremsen.
Das erfordert Erklärungen, Einweisungen und praktische Erfahrung.
Beziehen Sie die Maschinenführer daher von Anfang an ein bei:
Feedback aus der Praxis verhindert, dass ein System zu häufig warnt, Bewegungen unnötig behindert oder nicht ausreichend auf die Arbeitsabläufe abgestimmt ist.
Ein System, das gemeinsam mit den Anwendern entwickelt wird, hat bessere Chancen, dauerhaft akzeptiert zu werden.
Kollisionserkennung und automatische Bremsunterstützung lassen sich auf bestehende Maschinen anwenden, doch die Anpassung einer Maschine ist mehr als nur der Einbau einer Kamera.
Unter anderem muss geprüft werden:
Bei umfangreichen Anpassungen kann eine erneute Bewertung oder Prüfung erforderlich sein. Daher arbeiten Bauunternehmer, Maschinenlieferanten, Hersteller und technische Spezialisten zunehmend gemeinsam an validierten Lösungen.
Technologie darf niemals die erste und einzige Maßnahme sein. Ein struktureller Ansatz zur Vermeidung von Kollisionsgefahren folgt der arbeitshygienischen Strategie:
Die automatische Bremsunterstützung ersetzt diese Maßnahmen nicht. Sie bildet ein zusätzliches Sicherheitsnetz, wenn frühere Maßnahmen eine gefährliche Situation nicht vollständig verhindern können.
Ein Zusammenstoß hat nicht nur Folgen für das Opfer. Auch Kollegen, Familienangehörige, Maschinenführer und Projektteams können langfristig davon betroffen sein.
Darüber hinaus können Vorfälle zu Folgendem führen:
Investitionen in Sicherheit bringen daher mehr als nur technischen Schutz. Sie sorgen für mehr Ruhe, Kontinuität und Vertrauen innerhalb der Organisation.
Eine nachweisbare Sicherheitspolitik kann zudem zu einer stärkeren Position bei Ausschreibungen und zu besseren Leistungen im Rahmen von Initiativen wie der „Safety Culture Ladder“ und „Veiligheid in Aanbesteding“ beitragen.
Die Sicherheitstechnologie entwickelt sich rasant weiter. Was vor einigen Jahren nur bei Neufahrzeugen möglich war, lässt sich heute immer häufiger in bestehende Fahrzeuge integrieren.
Abzuwarten, bis Gesetze, ein Auftraggeber oder ein schwerwiegender Vorfall zum Handeln zwingen, bedeutet, dass bekannte Risiken länger bestehen bleiben.
Der erste Schritt besteht nicht unmittelbar darin, ein vollautomatisches Bremssystem zu installieren. Der erste Schritt ist vielmehr, festzustellen, wo Menschen und Maschinen aufeinandertreffen, welche Maßnahmen bereits vorhanden sind und wo die größten Restrisiken liegen.
Möchten Sie wissen, ob die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen ausreichend auf Ihre Fahrzeuge, Maschinen und Ihre Arbeitsumgebung abgestimmt sind?
Unsere Spezialisten ermitteln gemeinsam mit Ihnen:
Von EasyView und EasyDetect bis hin zu EasyLights, EasyAlarms und EasyBrake: Gemeinsam realisieren wir eine Lösung, die zu Ihren Risiken, Maschinen und Ihrem Arbeitsalltag passt.
Lassen Sie Ihre Baustelle, Fahrzeuge und Maschinen begutachten und finden Sie heraus, welche Maßnahmen die Kollisionsgefahr am effektivsten verringern.
Gemeinsam stärken wir Ihr Unternehmen, Ihre Mitarbeiter und Ihren Maschinenpark mit intelligenten, zuverlässigen und zukunftsorientierten Sicherheitslösungen.