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Tarifvertrag 2026: Automatische Lohnabrechnung über den Fahrtenschreiber | Rietveld

Geschrieben von Bouwe Jan Penninga | 31.08.2026, 07:31:09

Tarifvertrag für den Güterverkehr 2026: Automatische und faire Vergütung anhand von Tachographen-Daten

Neue Vorschriften machen eine zuverlässige Stundenerfassung noch wichtiger

Der Tarifvertrag für den gewerblichen Güterverkehr 2026 hat direkte Auswirkungen auf die Planung, die Arbeitskosten und die Lohnabrechnung von Transportunternehmen. Vor allem die neue Berechnung von Überstunden für Teilzeitbeschäftigte und die erhöhten Aufwandsentschädigungen erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Wenn Arbeitszeiten und Vergütungen noch manuell berechnet werden, steigt das Risiko von Fehlern, Korrekturen und Diskussionen. Gleichzeitig sind viele der erforderlichen Informationen bereits digital im Fahrzeug verfügbar.

Gemeinsam mit Selman Transporten hat Rietveld daher eine Lösung entwickelt, bei der Daten aus dem Smart-Tachographen automatisch in EasyHours verarbeitet werden. So entsteht ein einfacherer und zuverlässigerer Prozess für die vorläufige Gehaltsabrechnung, ohne dass dafür immer ein Bordcomputer erforderlich ist.

Was hat sich im Tarifvertrag für den gewerblichen Güterverkehr im Jahr 2026 geändert?

Der neue Tarifvertrag trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Neben einer Lohnerhöhung und angepassten Zulagen ändert sich auch die Art und Weise, wie Überstunden von Teilzeitkräften berechnet werden.

Zwei Änderungen sind für die Stunden- und Lohnabrechnung besonders wichtig:

  • Überstunden für Teilzeitbeschäftigte entstehen früher;
  • die Netto-Aufenthaltskostenpauschalen wurden erhöht.

Diese Änderungen machen eine korrekte Erfassung von Dienstzeit, Vertragsstunden, Tätigkeiten und Abwesenheitsdauer noch wichtiger.

Vertragsstunden sind für Teilzeitbeschäftigte maßgeblich

Im vorherigen Tarifvertrag entstanden Überstunden für Teilzeitbeschäftigte erst, wenn sie mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiteten. Stunden, die über den individuellen Vertragsumfang hinausgingen, aber unter 40 Stunden lagen, wurden daher nicht als Überstunden behandelt.

Ab 2026 gilt eine andere Regelung. Für Teilzeitbeschäftigte sind die individuell vereinbarten Vertragsstunden maßgebend. Sobald ein Teilzeitbeschäftigter mehr als die vereinbarte Arbeitszeit arbeitet, werden diese zusätzlichen Stunden als Überstunden vergütet.

Ein praktisches Beispiel

Ein Fahrer hat einen Vertrag über 24 Stunden pro Woche und arbeitet in einer bestimmten Woche 28 Stunden.

In der bisherigen Regelung wurden die vier zusätzlichen Stunden nicht automatisch als Überstunden gewertet, solange der Fahrer unter 40 Stunden blieb. Nach dem Tarifvertrag 2026 gelten diese vier Stunden, die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgehen, als Überstunden und werden mit 130 % vergütet.

Dies hat direkte Auswirkungen auf:

  • die Vorabberechnung des Gehalts;
  • die Personalplanung und die Dienstpläne;
  • die Überprüfung der Vertragsstunden;
  • die Berechnung von Zulagen;
  • die Kontrolle der Arbeitskosten;
  • Einhaltung des Tarifvertrags.

Eine fehlerhafte Bearbeitung kann nicht nur zu zusätzlichem Verwaltungsaufwand führen, sondern auch zu Fragen oder Diskussionen mit den Mitarbeitern.

Die Aufwandsentschädigungen für Übernachtungskosten wurden erhöht

Auch die Netto-Aufenthaltskostenpauschalen wurden zum 1. Januar 2026 angepasst. Die Höhe der Pauschale hängt unter anderem von der Dauer der Fahrt, der Abfahrts- und Ankunftszeit sowie davon ab, ob es sich um eine eintägige oder mehrtägige Fahrt handelt.

Beispiele für die angepassten Beträge sind:

  • 0,83 € pro Stunde bei einer eintägigen Fahrt ab vier Stunden Abwesenheit;
  • 1,65 € pro Stunde als Grundpauschale am ersten und letzten Tag einer mehrtägigen Fahrt;
  • 3,77 € pro Stunde innerhalb bestimmter Abend- und Nachtzeiten;
  • 65,04 € für einen vollen Tag innerhalb einer mehrtägigen Fahrt.

Gerade die Kombination aus verschiedenen Zeiträumen, Bedingungen und Zuschlägen macht eine manuelle Berechnung fehleranfällig. Schon eine einzige falsche Abfahrts- oder Ankunftszeit kann sich auf die endgültige Vergütung auswirken.

Warum die manuelle Stundenerfassung immer anfälliger wird

Bei einer kleinen Anzahl von Fahrern mag eine manuelle Überprüfung vielleicht noch überschaubar erscheinen. Sobald jedoch verschiedene Vertragsformen, Fahrten, Zeiträume und Vergütungen zusammenkommen, steigt die Komplexität rapide an.

Die manuelle Abrechnung kann zu folgenden Problemen führen:

  • falsch berechnete Überstunden;
  • fehlende oder falsche Aufwandsentschädigungen;
  • doppelte Dateneingaben;
  • Abweichungen zwischen der Buchhaltung und dem Fahrer;
  • zeitaufwändige Überprüfungen und Korrekturen;
  • unzureichender Überblick über Ausnahmen;
  • Risiko einer nicht tarifkonformen Vergütung.

Dabei gilt, dass dieselben Informationen oft bereits im Fahrtenschreiber vorhanden sind. Die Herausforderung besteht also nicht immer darin, mehr Daten zu sammeln, sondern vorhandene Daten intelligenter zugänglich zu machen und automatisch zu verarbeiten.

Der Smart-Tachograph als zuverlässige Datenquelle

Der Smart-Tachograph erfasst Fahr-, Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten. Die Fahrer sind es bereits gewohnt, ihre Aktivitäten über den Tachographen zu erfassen. Dies macht den Tachographen zu einer logischen Quelle für die Stundenabrechnung.

Mit der Einführung der neuesten Generation intelligenter Fahrtenschreiber ergaben sich neue Möglichkeiten, diese Daten automatisch zu nutzen. Rietveld und Selman Transporten sahen darin eine Chance: Wenn die erforderlichen Daten bereits im Fahrzeug verfügbar sind, warum sollte ein Fahrer dieselben Informationen dann noch einmal über ein separates System eingeben müssen?

Dieser Ansatz führte zu einer Lösung, bei der:

  • der Smart-Tachograph die Grundlage für die Zeiterfassung bildet;
  • ein Qan-All-Fahrzeugserver die erforderlichen Fahrzeug-, Fahrten- und Standortdaten bereitstellt;
  • EasyHours die Daten automatisch zu einer vorläufigen Lohnabrechnung gemäß den festgelegten Tarifvertragsregeln verarbeitet.

So kann die Abrechnung ohne doppelte Erfassungen und – je nach gewünschten Funktionen – ohne zusätzlichen Bordcomputer in der Fahrerkabine vorbereitet werden.

Die Praxis bei Selman Transporten

Selman Transporten aus Bemmel ist auf den klimatisierten Transport von Blumen und Pflanzen spezialisiert. Das Unternehmen verfügt über 25 Lkw, 35 Fahrer und 10 Mitarbeiter in der Verwaltung.

Das Unternehmen ist bereits seit den 1990er-Jahren Vorreiter in der Transportautomatisierung. Bereits 1993 arbeitete Selman mit einem frühen Bordcomputersystem mit Satellitenkommunikation. Die Zeiterfassung entwickelte sich im Laufe der Jahre von Tachographen-Scheiben und Strichlisten hin zur digitalen Verarbeitung.

Diese Erfahrung hat bei Selman zu einer klaren Vision geführt: Technologie soll den Fahrer unterstützen, nicht unnötig belasten oder kontrollieren.

Der Fahrer muss sich auf seinen Beruf konzentrieren können. Verwaltungssysteme sollen Prozesse vereinfachen und nicht die Verantwortung ersetzen.

Der Fahrer ist kein Verwaltungsmitarbeiter

Ein wichtiger Ausgangspunkt bei der Entwicklung war, dass Fahrer dieselben Informationen nicht in mehreren Systemen erfassen müssen.

Der Fahrtenschreiber ist gesetzlich vorgeschrieben, und jeder Berufskraftfahrer muss damit umgehen können. Indem diese Aufzeichnungen als Grundlage genutzt werden, wird zusätzliche manuelle Eingabe vermieden.

Das bringt verschiedene Vorteile mit sich:

  • weniger Verwaltungsaufwand für den Fahrer;
  • keine doppelte Erfassung von Aktivitäten;
  • geringeres Risiko von Eingabefehlern;
  • weniger Geräte und Ablenkungen im Fahrerhaus;
  • eine einheitliche Abwicklung für alle Fahrer;
  • mehr Klarheit über Arbeitszeiten und Vergütungen.

Dies ist vor allem für Transportunternehmen mit internationalen Fahrern von großem Wert. Der Tachograph ist für sie ein bekanntes und standardisiertes System, während zusätzliche Anwendungen oder Bordcomputerfunktionen für mehr Komplexität sorgen können.

EasyHours wandelt die Daten in eine vorläufige Lohnberechnung um

Rohdaten aus dem Fahrtenschreiber sind noch keine Lohnabrechnung. Die erfassten Aktivitäten müssen gemäß den geltenden betrieblichen und tarifvertraglichen Regelungen ausgewertet werden.

EasyHours wandelt die verfügbaren Daten in eine übersichtliche vorläufige Gehaltsberechnung um. Je nach Konfiguration werden unter anderem folgende Daten verarbeitet:

  • Dienststunden;
  • Fahr-, Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten;
  • Vertragsstunden;
  • Überstunden;
  • relevante Zeiträume und Zulagen;
  • Aufenthaltskostenerstattungen;
  • Ausnahmen, die einer Überprüfung bedürfen.

Dadurch muss die Verwaltung nicht jede Erfassung manuell prüfen. Die Mitarbeiter können sich auf Abweichungen und Ausnahmen konzentrieren, anstatt alle Stunden erneut einzugeben und nachzurechnen.

Weniger Systeme, mehr Klarheit

Innovation bedeutet nicht automatisch, dass mehr Hardware oder Software benötigt wird. Die Lösung von Selman zeigt vielmehr, dass eine intelligentere Nutzung vorhandener Daten zu einem einfacheren Prozess führen kann.

Die Kombination aus Smart-Tachographen-Daten, dem Qan-All-Fahrzeugserver und EasyHours sorgt für:

  • automatische Datenverarbeitung;
  • weniger manuellen Verwaltungsaufwand;
  • weniger doppelte Eingaben;
  • eine transparente Vorabberechnung der Gehälter;
  • weniger nachträgliche Diskussionen;
  • bessere Unterstützung bei der Einhaltung von Tarifverträgen;
  • mehr Verantwortung bei der korrekten Quelleneingabe;
  • ein skalierbarer Prozess für einen vielfältigen Fahrerstamm.

Die Technologie unterstützt somit sowohl die Fahrer als auch die Lohnbuchhaltung.

Gemeinsame Entwicklung aus der Praxis heraus

Die Lösung wurde über einen Zeitraum von etwa einem Jahr gemeinsam entwickelt, getestet und optimiert. Dabei brachten beide Unternehmen ihr jeweiliges Fachwissen ein: Selman die tägliche Transportpraxis und seine Vision von der Arbeitgeberrolle, Rietveld das technische Know-how in Bezug auf Fahrzeugdaten, Schnittstellen und Vorabberechnungen der Gehälter.

Diese Zusammenarbeit war entscheidend. Eine Lösung für die Stundenerfassung muss nicht nur technisch funktionieren, sondern sich auch an die tägliche Arbeitsweise von Fahrern, Disponenten und Verwaltungsmitarbeitern anpassen.

Das Ergebnis ist kein Standardprodukt, das losgelöst von der Praxis konzipiert wurde, sondern eine Anwendung, die ausgehend von einer konkreten Kundenanforderung entwickelt wurde.

Ist die Lohnabrechnung anhand von Tachographen-Daten für Ihr Unternehmen geeignet?

Die Lösung bietet vor allem Möglichkeiten für:

  • Transportunternehmen, die Arbeitszeiten automatisch verarbeiten möchten;
  • Unternehmen, die doppelte Erfassungen vermeiden möchten;
  • Unternehmen, die die Lohnabrechnung ohne herkömmlichen Bordcomputer durchführen möchten;
  • Transportunternehmen mit vielen internationalen Fahrern;
  • Organisationen mit unterschiedlichen Vertragsumfängen;
  • Fuhrparks, in denen Smart-Tachographen verfügbar sind;
  • Unternehmen, die mehr Kontrolle über tarifkonforme Vergütungen haben möchten;
  • Fuhrparks mit Lieferfahrzeugen, die unter künftige Tachographenpflichten fallen.

Die richtige Konfiguration hängt von Ihren Fahrzeugen, den Tachographenmodellen, den Vertragsformen, Ihrer Gehaltsabrechnung und den bestehenden Systemen ab. Deshalb beginnt eine gute Lösung immer mit einer Analyse der aktuellen Arbeitsabläufe.

Bereiten Sie Ihre Zeiterfassung auf den Tarifvertrag 2026 vor

Die neuen Regelungen für Teilzeitbeschäftigte und die angepassten Aufenthaltskostenvergütungen machen eine zuverlässige Zeiterfassung wichtiger denn je.

Indem Sie Tachographendaten automatisch auswerten und in EasyHours verarbeiten, reduzieren Sie den manuellen Aufwand und erhalten mehr Kontrolle über Arbeitszeiten, Zuschläge, Vergütungen und Ausnahmen.

Entdecken Sie, was intelligente Tachographendaten für Sie leisten können

Möchten Sie wissen, ob Ihre Smart-Tachographen für eine automatische Vorabberechnung der Gehälter genutzt werden können? Unsere Spezialisten erfassen gemeinsam mit Ihnen die Fahrzeuge, Systeme, Vertragsformen und aktuellen Verwaltungsprozesse.

Anschließend prüfen wir, welche Anbindung und welche Konfiguration am besten zu Ihrem Unternehmen passen.

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Gemeinsam. Kompetent. Vorwärts.