Lkw-Maut berechnen: Kosten und Tarife

By Bouwe Jan Penninga on 31.08.2026, 09:54:57

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Lkw-Maut berechnen: Kosten, Tarife und Praxisbeispiel

Seit dem 1. Juli 2026 zahlen Lkw in den Niederlanden auf fast allen Autobahnen sowie auf einigen Provinz- und Gemeindestraßen einen Betrag pro gefahrenem Kilometer. Dadurch ist ein neuer Kostenfaktor entstanden, der sich unmittelbar auf Fahrpreise, Margen, Angebote und den Einsatz der Fahrzeugflotte auswirkt.

Aber wie hoch sind die Kosten der Lkw-Maut für Ihr Unternehmen? Ein allgemeiner Kilometertarif liefert lediglich einen ersten Anhaltspunkt. Für eine realistische Berechnung müssen Sie wissen, welche Fahrzeuge Sie einsetzen, in welche Gewichts- und Emissionsklasse diese fallen und wie viele Kilometer sie tatsächlich auf mautpflichtigen Straßen zurücklegen.

Mit historischen Fahrberichten aus EasyTrack und einer Auswirkungsberechnung von Davisi erhalten Sie Einblicke auf der Grundlage Ihrer eigenen Transportbewegungen. Keine durchschnittlichen Annahmen, sondern eine praxisnahe Einschätzung der finanziellen Folgen für Ihren Fuhrpark.

Was ist die niederländische Lkw-Maut?

Die Lkw-Maut gilt seit dem 1. Juli 2026 für niederländische und ausländische Lkw der Fahrzeugklassen N2 und N3. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge mit einer technischen Höchstmasse von mehr als 3.500 Kilogramm.

Die Abgabe gilt nicht auf allen niederländischen Straßen, wohl aber auf fast allen Autobahnen sowie auf ausgewählten Provinz- und Gemeindestraßen. Die zurückgelegte Strecke wird mit einer funktionsfähigen On-Board-Unit (OBU) erfasst. Jeder abgabepflichtige Lkw muss hierfür bei einem zugelassenen Dienstleister registriert sein.

Die Eurovignette ist seit dem 1. Juli 2026 für die Nutzung in den Niederlanden nicht mehr erforderlich. Zudem wurde die Kfz-Steuer für Lkw angepasst. Diese Änderungen stehen in keinem Zusammenhang mit den tatsächlichen Kilometerkosten, die Sie über die Lkw-Maut zahlen. Eine aktuelle Erläuterung finden Sie auf der offiziellen Website der niederländischen Lkw-Maut.

Wovon hängt der Tarif ab?

Der Tarif pro Kilometer ist nicht für jeden Lkw gleich. Die Berechnung richtet sich nach drei Fahrzeugmerkmalen:

  • Die technische Höchstmasse des Fahrzeugs oder des Fahrzeugzuges.
  • Die CO₂-Emissionsklasse.
  • Die Euro-Emissionsklasse, wenn das Fahrzeug unter die CO₂-Emissionsklasse 1 fällt.

Das Prinzip ist einfach: Ein umweltfreundlicheres und leichteres Fahrzeug zahlt pro Kilometer in der Regel weniger als ein schwereres oder umweltschädlicheres Fahrzeug.

Technische Höchstmasse

Für die Lkw-Maut werden vier Gewichtsklassen unterschieden:

  • Mehr als 3.500 bis 12.000 Kilogramm.
  • 12.000 bis 18.000 Kilogramm.
  • 18.000 bis einschließlich 32.000 Kilogramm.
  • Über 32.000 Kilogramm.

Bei einem Fahrzeugverband kann die technisch zulässige Gesamtmasse des Verbunds ausschlaggebend sein. Verwenden Sie daher nicht automatisch nur das Leergewicht, die Nutzlast oder die aktuelle Beladung des Zugfahrzeugs.

CO₂-Emissionsklasse

Lkw werden in die CO₂-Emissionsklassen 1 bis 5 eingeteilt. Klasse 1 ist die Basisklasse, in die viele konventionelle Dieselfahrzeuge fallen. Fahrzeuge, die nachweislich effizienter sind, können je nach ihren Merkmalen in eine günstigere Klasse eingestuft werden.

Die CO₂-Emissionsklasse 5 ist für emissionsfreie Fahrzeuge vorgesehen. Für diese Fahrzeuge gilt ein deutlich niedrigerer Kilometertarif.

Euro-Emissionsklasse

Bei Fahrzeugen der CO₂-Emissionsklasse 1 spielt auch die Euro-Emissionsklasse eine Rolle. Ein Lkw der Euro-6-Norm hat einen niedrigeren Tarif als ein vergleichbares Fahrzeug, das beispielsweise der Euro-3- oder Euro-4-Norm entspricht.

Die relevanten Fahrzeugdaten lassen sich bei niederländischen Lkw unter anderem über die RDW-Kennzeicheninformationen überprüfen. Im Zweifelsfall sollte die offizielle Suchhilfe für die Lkw-Maut genutzt werden.

Aktuelle Tarife im Jahr 2026

Die Lkw-Maut trat am 1. Juli 2026 in Kraft. Vom 1. Juli bis zum 1. September 2026 gelten die ursprünglichen Tarife. Diese reichen von 0,025 € bis 0,487 € pro Kilometer, abhängig von Gewicht und Emissionsklasse.

Für einen gängigen Euro-6-Lkw der CO₂-Emissionsklasse 1 gelten beispielsweise bis zum 1. September 2026 folgende Tarife:

Technische Höchstmasse Tarif pro Kilometer
Mehr als 3.500 bis 12.000 kg 0,113 €
12.000 bis 18.000 kg 0,160 €
18.000 bis einschließlich 32.000 kg 0,182 €
Mehr als 32.000 kg 0,201 €

Vom 1. September bis einschließlich 31. Dezember 2026 gilt ein vorübergehender Nachlass von 22,3 Prozent. Für einen Euro-6-Lkw der CO₂-Emissionsklasse 1 und der schwersten Gewichtsklasse sinkt der Tarif dadurch von 0,201 € auf 0,156 € pro Kilometer.

Die Tarife für 2027 werden laut der Durchführungsorganisation im Oktober 2026 bekannt gegeben. Verwenden Sie daher für Angebote und langfristige Budgetplanungen keinen festen Tarif, ohne zukünftige Anpassungen zu berücksichtigen. Sehen Sie sich immer die aktuellen offiziellen Tariftabellen an.

Wie berechnet man die Lkw-Maut?

Für eine einfache Schätzung verwenden Sie diese Formel:

Anzahl der Kilometer auf mautpflichtigen Straßen × Tarif pro Kilometer = geschätzte Lkw-Maut

Die Formel scheint einfach zu sein, doch die Qualität des Ergebnisses hängt von den Eingabewerten ab. Die Gesamtzahl der gefahrenen Kilometer entspricht nicht automatisch der Anzahl der Kilometer, für die eine Lkw-Maut zu entrichten ist.

Für eine zuverlässige Berechnung benötigen Sie mindestens:

  • Das Kennzeichen und die Fahrzeugklasse.
  • Die technisch zulässige Gesamtmasse.
  • Die CO₂-Emissionsklasse.
  • Gegebenenfalls die Euro-Emissionsklasse.
  • Die Anzahl der Kilometer auf gebührenpflichtigen Straßen.
  • Der Zeitraum, in dem die Kilometer zurückgelegt werden.
  • Der in diesem Zeitraum geltende Tarif.
  • Eventuelle zusätzliche Kosten des OBU-Dienstleisters.

Praxisbeispiel: Diesel-Lkw über 32 Tonnen

Ein Transportunternehmen fährt mit einem Euro-6-Gespann von mehr als 32.000 Kilogramm. Das Fahrzeug fällt in diesem Beispiel in die CO₂-Emissionsklasse 1 und legt monatlich 10.000 Kilometer auf mautpflichtigen Straßen zurück.

Berechnung bis zum 1. September 2026

Der Tarif beträgt 0,201 € pro Kilometer:

10.000 Kilometer × 0,201 € = 2.010 € pro Monat

Bei zwölf vergleichbaren Monaten würde dies theoretisch folgendes Ergebnis ergeben:

120.000 Kilometer × 0,201 € = 24.120 €

Dieser Jahresbetrag dient lediglich zur Veranschaulichung, da im Jahr 2026 unterschiedliche Tarifzeiträume gelten und sich die Tarife ab 2027 ändern.

Berechnung für September bis einschließlich Dezember 2026

Während des befristeten Rabattzeitraums beträgt der Tarif für dasselbe Fahrzeug 0,156 € pro Kilometer:

10.000 Kilometer × 0,156 € = 1.560 € pro Monat

Die Differenz zum ursprünglichen Tarif beträgt:

2.010 € − 1.560 € = 450 € pro Monat

Bei vier Monaten und gleichbleibender Kilometerleistung beträgt die Differenz in diesem Beispiel 1.800 €.

Praxisbeispiel: emissionsfreier Lkw

Ein emissionsfreier Lkw mit einem Gewicht von mehr als 32.000 Kilogramm fällt in die CO₂-Emissionsklasse 5. Bis zum 1. September 2026 beträgt der Tarif 0,038 € pro Kilometer.

Bei 10.000 abgabepflichtigen Kilometern pro Monat lautet die Berechnung:

10.000 Kilometer × 0,038 € = 380 € pro Monat

Von September bis einschließlich Dezember 2026 gilt für diese Kategorie ein Tarif von 0,030 €:

10.000 Kilometer × 0,030 € = 300 € pro Monat

Der Unterschied zu einem Euro-6-Lkw der CO₂-Emissionsklasse 1 ist beträchtlich. Dennoch sollte eine Investitionsentscheidung niemals allein auf dem Satz der Lkw-Maut basieren. Auch Anschaffungskosten, Finanzierung, Lademöglichkeiten, Energieverbrauch, Reichweite, Einsatzmöglichkeiten und Restwert spielen eine Rolle.

Warum mit historischen Fahrdaten rechnen?

Eine Berechnung auf Basis der jährlichen Gesamtkilometerleistung kann ein verzerrtes Bild liefern. Ein Teil der Kilometer wird möglicherweise im Ausland oder auf niederländischen Straßen ohne Lkw-Maut zurückgelegt. Zudem unterscheiden sich Fahrzeuge innerhalb eines Fuhrparks oft hinsichtlich Gewicht und Emissionsklasse.

Historische Fahrdaten zeigen, wie Fahrzeuge tatsächlich eingesetzt wurden. Damit können Sie unter anderem untersuchen:

  • Welche Fahrzeuge die meisten gebührenpflichtigen Kilometer zurücklegen.
  • Auf welchen Strecken die höchsten Kosten entstehen.
  • Wie sich die Kosten auf Kunden, Fahrten oder Standorte verteilen.
  • Welche Fahrzeugkategorien relativ teuer sind.
  • Welchen Einfluss die Routenwahl auf die Kosten hat.
  • Wo eine Anpassung der Tarife oder Zuschläge erforderlich ist.
  • Welche Fahrzeuge bei einer Erneuerung Vorrang erhalten können.

So wird die Lkw-Maut nicht zu einem allgemeinen Kostenaufschlag, sondern zu einer messbaren Kostenkomponente innerhalb des Betriebs.

EasyTrack und Davisi: Einblicke auf Basis Ihrer Fahrten

EasyTrack erfasst Fahrzeugbewegungen und liefert Berichte über die durchgeführten Fahrten. Die verfügbaren XLSX-Fahrtenberichte können als Datenquelle für eine Wirkungsanalyse genutzt werden.

Rietveld arbeitet hierfür mit Davisi zusammen. Auf der Grundlage historischer EasyTrack-Fahrdaten kann Davisi eine allgemeine Berechnung und Wirkungsanalyse durchführen. Diese Analyse liefert Einblicke in:

  • Die geschätzten finanziellen Auswirkungen der Lkw-Maut.
  • Die Kosten auf der Grundlage der tatsächlich zurückgelegten Fahrten.
  • Die Verteilung der Kosten innerhalb der Fahrzeugflotte.
  • Mögliche Ansatzpunkte für Planung und Kalkulation.
  • Eine Faktengrundlage für die weitere Optimierung.

So erhalten Sie schnell einen ersten Überblick über die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen, ohne die Analyse ausschließlich auf landesweite Durchschnittswerte zu stützen.

EasyTrack ist kein systemischer Mautrechner

Es ist wichtig, die Funktion von EasyTrack klar abzugrenzen. Rietveld entwickelt innerhalb von EasyTrack keine systemische Funktionalität, mit der die endgültige Lkw-Maut nach jeder Fahrt automatisch berechnet oder in Rechnung gestellt wird.

Eine operative und zukunftssichere Kostenverrechnung gehört grundsätzlich in ein TMS, ein Planungs- oder Kalkulationssystem. Dort können aktuelle Tarife, Kundenvereinbarungen, Routendaten, Zuschläge und Rechnungsstellungsprozesse strukturell miteinander verknüpft werden.

Die Analyse mit EasyTrack-Fahrtenberichten und Davisi dient als unterstützende Wirkungsanalyse. Damit erhalten Sie einen praktischen Ausgangspunkt für Kostenvoranschläge, Kundengespräche und die weitere Gestaltung Ihrer Systeme.

Vergessen Sie die zusätzlichen Kosten nicht

Die Kilometerabgabe ist nicht immer der einzige Kostenpunkt. Ein Dienstleister kann zusätzliche Kosten für die OBU, Dienstleistungen, die Rechnungsstellung oder internationale Mautfunktionen berechnen.

Berücksichtigen Sie daher bei einer vollständigen Kostenkalkulation auch:

  • Vertrags- und Servicekosten des OBU-Anbieters.
  • Eventuelle Miet- oder Anschaffungskosten für Geräte.
  • Verwaltungs- und Bearbeitungskosten.
  • Kosten für Anbindungen an ein TMS.
  • Unterschiede zwischen nationalen und internationalen Mautlösungen.
  • Die Auswirkungen von Änderungen bei der Kfz-Steuer und der Eurovignette.
  • Interne Kosten für Kontrollen und Kostenverrechnung.

Überprüfen Sie außerdem, ob jede OBU dem richtigen Kennzeichen zugeordnet ist und während der Fahrt ordnungsgemäß funktioniert. Gemäß den offiziellen Vorschriften muss die OBU während der Fahrt in den Niederlanden eingeschaltet bleiben, auch wenn das Fahrzeug vorübergehend auf einer Straße ohne Lkw-Maut fährt.

Von der Erkenntnis zu besseren Entscheidungen

Die Lkw-Maut betrifft mehr als nur den Kilometerpreis. Die neue Kostenstruktur beeinflusst Angebote, Vertragsvereinbarungen, Routenwahl, Fahrzeugersatz und den Dialog mit Auftraggebern.

Mit aussagekräftigen Fahrzeug- und Fahrdaten können Sie fundiert feststellen:

  • Ob bestehende Tarife noch kostendeckend sind.
  • Welche Kunden oder Transportströme am stärksten betroffen sind.
  • Wie ein Kilometer- oder Kraftstoffzuschlag gestaltet werden sollte.
  • Welche Fahrzeuge für bestimmte Fahrten am günstigsten sind.
  • Wo eine Routenoptimierung tatsächlich Vorteile bringt.
  • Was die Nachhaltigkeit finanziell bedeuten kann.

Rietveld hilft Unternehmen dabei, Fahrzeugdaten verständlich und nutzbar zu machen. Gemeinsam mit spezialisierten Partnern verbinden wir Analysen mit der täglichen Transportpraxis.

Berechnen Sie die Auswirkungen auf Ihren eigenen Fuhrpark

Ein durchschnittlicher Kilometertarif sagt nichts darüber aus, was die Lkw-Maut für Ihr Unternehmen bedeutet. Dazu benötigen Sie Einblicke in Ihre Fahrzeuge, Routen und tatsächlich zurückgelegten Kilometer.

Mit Fahrberichten aus EasyTrack und einer Wirkungsberechnung von Davisi entsteht eine faktische Grundlage für die Kostenkontrolle und weitere Optimierung. So können Sie rechtzeitig gegensteuern und fundierte Vereinbarungen mit Kunden und Partnern in der Lieferkette treffen.

Was kostet die Lkw-Maut für Ihren Fuhrpark?
Lassen Sie Ihre historischen EasyTrack-Fahrdaten analysieren und erhalten Sie einen praktischen Anhaltspunkt für die finanziellen Auswirkungen.

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